Ein Onlineshop, der mich nicht bezahlen lässt. Klingt absurd, ist mir diese Woche bei Gurkerl passiert.

Gurkerl, Bild 1

Ich wollte eine kleine Bestellung aufgeben, aber unter 39 Euro ließ mich die Seite gar nicht zur Kassa, der Button war einfach ausgegraut. Das Verrückte daran ist, das ist kein Bug, sondern Absicht. Unter 39 Euro kannst du nur bestellen, wenn du ein Abo hast, sonst ist bei dem Betrag einfach Schluss.

Gurkerl, Bild 2

Die Begründung ist angeblich Nachhaltigkeit, weil sich viele kleine Lieferungen ökologisch nicht rechnen. Und so eine Regel wird vermutlich auch nur in einem Land wie Österreich überhaupt durchgewinkt, wo man in manchen Lokalen unter 20 Euro nicht mal mit Karte zahlen darf.

Gurkerl, Bild 3

Nur geht die Rechnung halt nicht auf. Genug Leute brechen genau an dieser Stelle ab und kaufen dann anders ein, fahren selbst zum Supermarkt oder bestellen woanders, oft deutlich unökologischer als eine einzige gebündelte Lieferung. Die Hürde, die eigentlich die Umwelt schützen soll, treibt die Leute also erst recht in die schlechtere Variante.

Gurkerl, Bild 4

Dazu kommen noch zwei Pop-ups, die einem beim Öffnen gleichzeitig entgegenspringen, und eine Navigation, die unten am Rand klebt wie in einer App, statt oben wie auf einer Website.

Gurkerl, Bild 5

Und das ist der eigentliche Punkt: Im E-Commerce sind die Regeln längst geschrieben, laut und deutlich, und anders als LinkedIn hat Gurkerl echte Konkurrenz. Jede Hürde, ob Bug oder bewusste Entscheidung, ist am Ende eine Kundin, die woanders bestellt. Sogar die Hürde, die eigentlich etwas Gutes wollte.